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Einfluss eines neuartigen Biozids auf die Prävalenz von Dermatitis digitalis bei Milchkühen

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Großtiere
ISSN: 1434-1220
Ausgabe: 2013: Heft 4 2013
Seiten: 207-216

Einfluss eines neuartigen Biozids auf die Prävalenz von Dermatitis digitalis bei Milchkühen

A. Fiedler (1), K. Kraft (2), S. Reese (3), J. Maierl (3)

(1) Tierarztpraxis in München; (2) Master-Studiengang Agrarwissenschaften, Universität Hohenheim; (3) Lehrstuhl für Anatomie, Histologie und Embryologie, Tierärztliche Fakultät, Ludwig-Maximilians-Universität München

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: Es wurde untersucht, ob der Einsatz des Biozidprodukts T-Hexx Dragonhyde HBC (Fa. Hydromer, Branchburg, NJ, USA) die Prävalenz der Dermatitis digitalis (DD) beeinflusst. Material und Methoden: In einem Milchviehbetrieb (110 melkende Kühe) wurden 48 lahmheitsfreie Tiere randomisiert Versuchs- und Kontrollgruppe zugeteilt. Die mit 70–80% hohe Prävalenz der DD wurde 2 Monate lang vier Mal im Abstand von je 16–21 Tagen erfasst. Ein Punkteschema diente zur Dokumentation des Grades der DD-Läsionen an den Hinterklauen. Die Kühe der Versuchsgruppe wurden zweimal wöchentlich für zwei Melkzeiten nach Vorreinigung der Klauen mit Wasser durch ein Klauenbad mit T-Hexx-Dragonhyde geleitet, bei den Kontrolltieren erfolgte nur eine Klauenreinigung. Die Spritzer der Biozidlösung an Tieren und Umgebung wurden fotografisch dokumentiert und beurteilt. Wasser- und Biozidbad wurden nach Nutzung durch steigende Tierzahlen bakteriologisch untersucht. Ergebnisse: Statistisch signifikante Unterschiede der Prävalenzen der DD zwischen und innerhalb der beiden Gruppen waren nicht festzustellen. Die Punktebewertung der Läsionen differierte zwischen beiden Gruppen nicht. Im Wasserbad nahm mit steigender Zahl der Durchgänge die Zahl der koloniebildenden Einheiten (KBE) pro Milliliter sowie die der Enterobacteriaceae deutlich zu. Im T-Hexx-Dragonhyde-Bad ließen sich zu keinem Zeitpunkt KBE oder Enterobacteriaceae bestimmen. Die auffälligen Spritzer der Lösung waren bis in Höhe des Euters sichtbar. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Ein Einfluss des Biozidprodukts bei 4%- und 2%iger Badkonzentrationen auf die Prävalenz der DD konnte nicht nachgewiesen werden. Die hygienische Wirkung der Lösung war nicht gleichbedeutend mit einer erfolgreichen Keimreduktion an der Klaue. Eine mögliche Prävention der DD durch veterinärhygienische Maßnahmen könnte zukünftig bei geringerer Prävalenz und größerem Stichprobenumfang überprüft werden. Bei Anwendung von Klauenbädern besteht grundsätzlich die Gefahr einer Kontamination der Milch bzw. einer Mastitis durch Spritzer der Lösung.

Stichworte

Milchkuh, Klauenbad, Klauenkrankheiten, Dermatitis digitalis, Biozid

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