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Einfluss der Rasse auf die Gestation und Geburt beim Rind

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Großtiere
ISSN: 1434-1220
Ausgabe: 2008: Heft 3 2008
Seiten: 171-178

Einfluss der Rasse auf die Gestation und Geburt beim Rind

U. Bleul
Klinik für Fortpflanzungsmedizin (Direktor: Prof. Dr. W. Kähn), Departement für Nutztiere, Vetsuisse-Fakultät Universität Zürich

Stichworte

Geschlecht, Rinderrassen, Gestationsdauer, Geburt, Einfluss der Mutter

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: Schwerpunkt der Untersuchung ist die Analyse der rassebedingten Unterschiede ausgewählter Parameter der Trächtigkeit und Geburt aller in der Schweiz häufig vorkommenden Rinderrassen. Material und Methoden: Anhand der zwischen den Jahren 2002 und 2006 gemeldeten 3 544 625 Geburten der häufigsten Rassen in der Schweiz wurden Gestationslänge, Geschlechterverhältnis und Geburtsgewicht der Kälber sowie Schweregrad der Geburt in Abhängigkeit von der Rasse, dem Ab - kalbejahr und der Jahreszeit verglichen. Ergebnisse: Die durchschnittliche Trächtigkeitsdauer betrug 287,28 ± 0,01 Tage, wobei die kürzeste bei der Rasse Jersey (282,26 ± 0,08 Tage) und die längste bei der Rasse Blonde d’Aquitaine (291,77 ± 0,12 Tage) ermittelt wurde. Sowohl die Jahreszeit als auch das Geschlecht des Kalbes und das Auftreten einer Mehrlingsgeburt beeinflussten die Gestationslänge. Erstkalbinnen wiesen eine um durchschnittlich 2,23 Tage kürzere Trächtigkeit auf als ältere Kühe. Rassenunabhängig wurden 48,85% weibliche und 51,15% männliche Kälber geboren, wobei der Anteil der Kuhkälber zwischen den Jahren 2002 und 2006 von 49,43% auf 48,35% sank (p < 0,0001). Primipara gebaren signifikant mehr weib - liche Kälber als Pluripara. Auf das Geschlechterverhältnis hatte außerdem die Jahreszeit einen Einfluss. Bei 4,16% aller Geburten erfolgte eine schwere konservative Geburtshilfe oder ein Kaiserschnitt. Beim Piemonteser Rind ergaben sich die meisten Schwergeburten mit 7,73% und beim Highland Cattle die wenigsten mit 1,13%. Schwergeburten waren zudem bei Erstkalbinnen und bei Geburt eines männlichen Kalbes häufiger. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Die Rasse beeinflusst eine Vielzahl von Parametern während der Trächtigkeit und der Geburt. Die Kenntnis der entsprechenden Eigenheiten einer Rasse kann hilfreich sein, um die tierärztliche Überwachung der Gestation und Geburt gezielter durchzuführen.

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