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Einfluss von Torsio uteri und Sectio caesarea auf den Gehalt des C-reaktiven Proteins im Blutplasma von Rindern

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Großtiere
ISSN: 1434-1220
Ausgabe: 2009: Heft 5 2009
Seiten: 297-304

Einfluss von Torsio uteri und Sectio caesarea auf den Gehalt des C-reaktiven Proteins im Blutplasma von Rindern

A. Schönfelder (1), W. Schrödl (2), A. Richter (3), L.-F. Litzke (1)

(1) Klinik für Pferde – Chirurgie – und Lehrschmiede (Direktor: Prof. Dr. L.-F. Litzke), Veterinärmedizinische Fakultät, Justus-Liebig-Universität Gießen; (2) Institut für Bakteriologie und Mykologie (Direktorin: Prof. Dr. M. Krüger); (3) Ambulatorische und Geburtshilfliche Tierklinik (Direktor: Prof. Dr. A. Sobiraj), Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig

Stichworte

Torsio uteri, Rind, CRP, Akute-Phase-Protein, Kaiserschnitt

Zusammenfassung

Gegenstand: Untersuchung des Einflusses konservativ nicht therapierbarer Torsio uteri intra partum mit Sectio caesarea auf den Blutplasmagehalt des C-reaktiven Proteins (CRP) im Vergleich mit Dystokien anderer Genese und Sectio caesarea sowie Normalgeburten beim Rind. Material und Methode: In die Studie gingen 55 Rinder ein, eingeteilt in drei Gruppen. Gruppe1 bestand aus 31 Rindern mit operativ beendeter Torsio uteri intra partum. In Gruppe2 befanden sich 13 Tiere mit durch Kaiserschnitt beendeter Dystokie anderer Genese und in Gruppe3 11 Kühe mit Normalgeburten und ungestörtem Puerperium. Im Abstand von 24 Stunden, beginnend unmittelbar präoperativ, bis 10Tage post operationem wurden Blutproben aus der V.jugularis externa entnommen und das CRP im Plasma mittels ELISA quantitativ bestimmt. Ergebnisse: Schwere intrazelluläre Ödeme und Nekrosen am Uterus als Folge einer Torsio uteri intra partum führten zu einem Anstieg der CRP-Konzentration, eine Ovariohysterektomie bedingte einen Abfall des CRP-Spiegels. Der alleinige chirurgische Eingriff einer Sectio caesarea verursachte keine wesentliche akute Veränderung der CRP-Konzentration. Aufgrund der großen individuellen Variation der CRP-Konzentrationen war eine Definition eindeutiger Grenzwerte bei den einzelnen Tiergruppen nicht möglich. Eine prognostische Aussage zur Fertilität nach Torsio uteri und Kaiserschnitt lässt sich anhand des CRP-Werts nicht ableiten. Der positive Einfluss der Milchleistung auf die CRP-Konzentration im Blutplasma konnte bestätigt werden. Schlussfolgerung: Nekrosen und schwere intrazelluläre Ödeme am Uterus beeinflussen die CRP-Blutplasmakonzentration deutlich. Klinische Relevanz: Hohe CRP-Werte (>90mg/ml) sprechen bei Rindern mit Torsio uteri intra partum für eine schwere Uterusschädigung, die mit einer drastischen Verschlechterung der Prognose quo ad vitam einhergeht. Eine Ovariohysterektomie kann in diesen Fällen eine gute Therapieoption sein.

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