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Mastitisimpfung mit einer kommerziellen Kombinations- oder einer bestandsspezifischen Staphylococcus-aureus-Vakzine

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Großtiere
ISSN: 1434-1220
DOI: https://doi.org/10.15653/TPG-150912
Ausgabe: 2016: Heft 4 2016
Seiten: 219-229
Ahead of Print: 2016-06-29

Mastitisimpfung mit einer kommerziellen Kombinations- oder einer bestandsspezifischen Staphylococcus-aureus-Vakzine

Ergebnisse einer kontrollierten Feldstudie in einer Milchviehherde

Zusatzmaterial online

M. Freick (1), Y. Frank (2), K. Steinert (3), A. Hamedy (4), O. Passarge (1), A. Sobiraj (2)

(1) Veterinary Practice Zettlitz; (2) Large Animal Clinic for Theriogenology and Ambulatory Services, Faculty of Veterinary Medicine, University of Leipzig; (3) LKS mbH, Lichtenwalde; (4) Institute of Food Hygiene, Faculty of Veterinary Medicine, University of Leipzig

Stichworte

Prophylaxe, Milchkühe, Eutergesundheit, Somatische Zellzahl

Zusammenfassung

Ziel: Verbesserung ausgewählter Parameter der Eutergesundheit durch Mastitisvakzinen in einer Milchviehherde mit erhöhter Tankmilchzellzahl und Staphylococcus (S.) aureus als Leitkeim. Material und Methoden: In einer Milchviehanlage wurden 181 tragende Färsen (Statusgruppe [SG] 1) und 416 nach Eutergesundheitsstatus stratifizierte Kühe (eingeteilt anhand zytomikrobiologischer Befunde von Viertelgemelksproben vor dem Trockenstellen [MS0] in SG 2–4) randomisiert einer von drei Vakzinationsgruppen (VG) zugeordnet: VG SV: Startvac®; VG BV: Bestvac® Rind Mastitis, basierend auf herdenspezifischen S.-aureus-Stämmen; VG Co: ungeimpfte Kontrolle (Plazebo). Die zu definierten Zeitpunkten erhobenen Daten (5. [MS5] und 52. [MS52] Laktationstag [LT]: Viertelgemelkszellzahl [VZZ] und bakteriologischer Untersuchungsbefund von Viertelgemelksproben; Milchleistungsprüfung [MLP] 1–10: Milchleistung und Gesamtgemelkszellzahl; bis 305. LT: Daten zu klinischen Mastitisfällen) wurden zwischen den VG innerhalb ihrer SG verglichen. Ergebnisse: Die S.-aureus-Prävalenzen in den VG SV (p < 0,001) und BV (p = 0,006) innerhalb der SG 3 bzw. in der VG SV (p = 0,008) innerhalb der SG 4 lagen im Vergleich zur VG Co signifikant niedriger. Die Milchleistungen (MLP-Testtage [p = 0,042] und 305-Tage-Leistung [p = 0,040]) waren in der VG SV innerhalb der SG 4 verglichen mit der VG Co signifikant geringer. Signifikant verschiedene Veränderungen im Zeitverlauf im Vergleich zur VG Co, die auf einen Vakzineeffekt während der Laktation hindeuten, ergaben sich lediglich für die VZZ innerhalb der SG 4 der VG BV (p = 0,017; Anstieg in Richtung MS52) und für die S.-aureus-Prävalenz innerhalb der SG 3 der VG BV (p < 0,001; gegenläufige Veränderungen von MS0 zu MS52). Alle weiteren Interaktionen zwischen Zeitverlauf und VG zeigten für die untersuchten Parameter in keiner SG signifikante Unterschiede. Bezüglich der Inzidenz klinischer Mastitiden und der durchschnittlichen Dauer notwendiger Mastitistherapien gab es keine deskriptiven Unterschiede zwischen den VG innerhalb ihrer SG. Schlussfolgerung: Durch die beiden Mastitisvakzinen ließen sich die betrachteten Parameter als Indikatoren der Eutergesundheit nicht nachhaltig verbessern.

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English version of the article

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