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Wundheilungsstörungen nach ventraler medianer Laparotomie beim Pferd

Zeitschrift: Tierärztliche Praxis Großtiere
ISSN: 1434-1220
DOI: https://doi.org/10.15653/TPG-160536
Ausgabe: 2017: Heft 1 2017
Seiten: 24-32
Ahead of Print: 2016-11-10

Wundheilungsstörungen nach ventraler medianer Laparotomie beim Pferd

Reduziert die Bauchfellnaht Wundheilungsstörungen?

English version of the article

D. Scharner (1), K. Winter (2), W. Brehm (1), M. Kämpfert (1), C. Gittel (1)

(1) Chirurgische Tierklinik, Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Leipzig; (2) Institut für Anatomie, Medizinische Fakultät der Universität Leipzig

Stichworte

Komplikation, Wundinfektion, Nahtdehiszenz, Abdominalchirurgie, Nahttechniken

Zusammenfassung

Gegenstand und Ziel: Wundheilungsstörungen stellen trotz Fortschritten in der Technik der Abdominalchirurgie eine häufige Komplikation nach medianer Laparotomie beim Pferd dar. Ziel der Studie war die Erfassung der Wundheilungsstörungen an der eigenen Klinik sowie die Ermittlung möglicher Risikofaktoren. Zudem sollte untersucht werden, inwieweit die Bauchfellnaht zur Reduktion von Wundheilungsstörungen beiträgt. Material und Methoden: In einer retrospektiven Studie wurden die Patientendaten der Chirurgischen Tierklinik der Universität Leipzig von Januar 2010 bis Dezember 2015 analysiert. Eingeschlossen in die Studie wurden Pferde, bei denen aufgrund einer Kolik eine ventrale mediane Laparotomie erfolgte. Die Analyse erfasste folgende Daten: Rasse, Geschlecht, Alter der Pferde, Lokalisation der Kolik, Invasivität des Eingriffs, Dauer der Allgemeinanästhesie, Nahttechnik zum Verschluss der Laparotomiewunde sowie postoperatives Fieber oder Leukopenie. Die Wundheilungsstörungen wurden differenziert in Nahtdehiszenz, Wundsekretion und Narbenbruch. Wundödeme unterlagen einer gesonderten Betrachtung. Ergebnisse: Wundheilungsstörungen in Form von Sekretion und Nahtdehiszenz traten bei 8,9% (18/202) der Pferde auf, postoperative Hernien bei 5,2% (9/173) der Tiere. Rasse, Geschlecht, Lokalisation der Kolik, Invasivität des Eingriffs, Dauer der Allgemeinanästhesie sowie postoperative Leukopenie beeinflussten die Häufigkeit von Wundheilungsstörungen nicht. Ein erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen ergab sich für Pferde ab einem Alter von 20 Jahren (Odds Ratio [OR] 17,90), Tiere mit postoperativem Fieber (OR 7,48) sowie Pferde, bei denen das Bauchfell nicht vernäht wurde (OR 7,68). Tiere mit mittel- und hochgradigen Ödemen hatten ein signifikant höheres Risiko für Wundheilungsstörungen. Schlussfolgerung und klinische Relevanz: Von den geprüften Risikofaktoren lässt sich nur die Nahttechnik beeinflussen. Da die Bauchfellnaht mit einem geringeren Risiko für Wundheilungsstörungen verbunden ist, sollte sie beim Verschluss von Laparotomiewunden Standard sein.

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